Graviola Kampagne - Alles über die tropische Heilpflanze

Über Forschungsergebnisse, Steuergelder, Halbwahrheiten und Internetpiraten

Gleich zu Beginn unserer wissenschaftlichen Recherchen liefen wir erstmal gegen eine Wand. Sämtliche Studien die wir uns genauer ansehen wollten, waren für die Öffentlichkeit  nicht zugänglich. Jeder Abruf sollte um die 30 Dollar kosten.

 

Die Öffentlichkeit darf zahlen, aber nicht wissen

Forschungen werden zu einem großen Teil durch öffentliche Gelder finanziert. Und sind dann aber für die Öffentlichkeit nicht zugänglich?? Bitte wie kann denn sowas sein? Wir stellten fest, dass sich ein für Aussenstehende schwer einsehbares System etabliert hat, was die Publikation von Forschungsergebnissen angeht.

Fette Gewinne dank Steuergeldern

Für Abonnements von Fachzeitschriften zahlen die Universitäten von Jahr zu Jahr mehr. Eigentlich sollten Forschungsergebnisse aber gratis ins Internet gestellt werden.

Was die Verlage freut, schadet jedoch den Universitäten und damit auch ihren Geldgebern, den Steuerzahlern. Diese wenden Unsummen für Abonnements wissenschaftlicher Journale auf und füllen damit unmittelbar die Kassen der Verlage. Dabei brauchte es die Zeitschriften heute nicht einmal. Wissenschafter könnten ihre Artikel im Internet veröffentlichen, denn sie erhalten ihr Salär von einer Universität, und diese macht kein Geld mit Publikationen. Doch zwischen Fachverlagen, Hochschulbibliotheken und Forschern hat sich ein starres System etabliert, aus dem die einen nicht ausscheren wollen und die anderen es nicht können.

http://webpaper.nzz.ch/2015/09/06/wissen/MZSTF/fette-gewinne-dank-steuergeldern?guest_pass=16dd7e265c%3AMZSTF%3Af998efea5e5bfd7f5ca6a6bdbc64e9487c7290f6

 

 

Der Peer-Review-Prozess

Fast das gesamte Forschungswissen, die neusten Erkenntnisse und Theorien werden in wissenschaftlichen Zeitschriften (Journals) veröffentlicht. Nature, The Lancet oder das New England Journal of Medicine sind mit die bekanntesten Beispiele unter zahllosen Journals.

Wer seine Ergebnisse publik machen will, reicht sie bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift ein. Der Autor schickt sein Manuskript zuerst zum Editor des Journals. Dieser prüft die Qualität der Arbeit und bestimmt Gutachter (Reviewer). Die Gutachter bewerten die Forschungsarbeit kritisch (Peer-Review) und schicken ihre Anmerkungen zurück zum Editor. Dieser entscheidet dann letzten Endes, ob das Journal das Skript publizieren will oder nicht.

https://www.thieme.de/viamedici/klinik-promotion-1525/a/publizieren-um-jeden-preis-3980.htm

 

Dieser Prozess hilft sicherlich dabei, die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten zu verbessern. Es stellt sich allerdings die berechtigte Frage ob man das nicht auch anderweitig bewerkstelligen könnte.

So geht's nicht!

Ganz einverstanden waren wir mit diesem System also nicht. Denn diese Praxis, wissenschaftliche Arbeiten für die Öffentlichkeit unter Verschluss zu halten, hindert nicht nur den Fortschritt als solchen, sondert auch Patienten an der Kontrolle.

Mal zu überprüfen ob das alles so richtig ist was der Arzt erzählt oder ob ein Medikament tatsächlich so sicher ist wie angepriesen, ist nicht nur für den Patienten unmöglich sondern meist auch für die Ärzte selber. Wenn auch für letztere oftmals 'nur' aus zeitlichen Gründen.

Dadurch können grobe Fehleinschätzungen entstehen, was Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung angeht. Den Schaden aus öffentlich kommunizierten Halbwahrheiten über Medikamente trägt immer der Patient. Das ist jedoch ein eigenes Thema auf das wir später noch ausführlicher zurückkommen werden.

Die Lösung ist da

Zunächst einmal war es viel wichtiger endlich an all die Studien zur Stachelannone zu kommen, um die Forschungsergebnisse auch für Laien verständlich aufbereiten zu können.

Durch einen Bekannten von der Uni Mainz erhielten wir, nachdem wir Ihm unser Leid klagten,  jedoch einen guten Tipp:

Er erzählte zunächst, dass wir nicht die einzigen mit diesen Problemen wären, selbst für Wissenschaftler an den Unis ist es manchmal schwierig an die gewünschten Publikationen zu kommen.

Es gäbe aber mittlerweile Sci Hub, ein mehr oder minder illegales Portal was nahezu sämtliche Publikation kostenfrei zur Verfügung stellt. Bingo! - Das war genau das was wir brauchten. In kurzer Zeit hatten wir nun fast alle Studien die nötig waren. Und wir befanden uns in bester Gesellschaft, mittlerweile nutzt ein großer Teil der recherchierenden Zunft Sci Hub als erste Anlaufstelle für sämtliche benötigte Publikationen. - Weil's einfach einfacher ist!

Who's downloading pirated papers? Everyone

But in increasing numbers, researchers around the world are turning to Sci-Hub, which hosts 50 million papers and counting. Over the 6 months leading up to March, Sci-Hub served up 28 million documents. More than 2.6 million download requests came from Iran, 3.4 million from India, and 4.4 million from China. The papers cover every scientific topic, from obscure physics experiments published decades ago to the latest breakthroughs in biotechnology.

http://www.sciencemag.org/news/2016/04/whos-downloading-pirated-papers-everyone

 

Doch das war leider nur der Anfang, nun fing die Arbeit erst richtig an: All die Arbeiten sortieren, lesen, aufbereiten und übersetzen. Es wird noch eine Weile dauern bis wir es geschafft haben, sämtliche Ergebnisse in verständlicher Sprache zusammenzufassen...

 

 

Dazu auch lesen:

Es wird immer interessanter in Sachen Graviola...

Wir konnten es kaum glauben, aber...

Seltsame Verzögerungen im Forschungsprozess

 

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